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Die Hochschul-Website – Herzstück der Kommunikation

Immer mehr Hochschulen erkennen das – bisher oft ungenutzte – Potential einer digitalen Strategie für ihr Marketing. Vor allem Social Media-Plattformen sind immer öfter von Interesse für die Kommunikation in eigener Sache. Aber dabei sollte nie das Herzstück jeder (digitalen) Kommunikationsstrategie außer Sicht geraten: die eigene Hochschul-Website.

Dr. Constance Richter von der Hochschule Aalen hat den Eintritt ihrer Alma Mater in die sozialen Netzwerke von langer Hand geplant. Und vor allem: mit Zielen verknüpft. Eine dieser messbaren Kennzahlen ist die Zahl der Besucher, die von den jeweiligen Netzwerken auf die Website der HTW Aalen kommt – und länger bleibt. Dabei geht es Dr. Richter vor allem darum, die speziellen Serviceangebote der Hochschule, wie ein Grundlagenzentrum für kostenlose Nachhilfe in Grundlagenfächern wie Mathematik oder Physik, bekannt zu machen.
Der Erfolg hat sich schnell eingestellt: Im Oktober 2011 (ein Jahr nach dem Start auf Facebook) kamen bereits ca. 8% der Seitenaufrufe auf htw-aalen.de von Facebook.

Verweile doch…

Die Fans von einem Social Media-Profil auf die eigene Website zu lenken ist die eine Sache. Eine ganz andere Herausforderung ist es, die neu gewonnen Gäste auch auf der Seite zu halten. Am Beispiel der RWTH Aachen lässt sich gut aufzeigen, wo Herausforderungen liegen und was mögliche Lösungswege sein können:

      1. Der Nutzer gibt die Struktur vor
        Die alte Website der RWTH Aachen hatte ein strukturelles Manko: in den zehn Jahren, seit die Präsenz zuletzt überarbeitet worden war, hat sich die Organisation der Hochschule verändert – und die Website sollte diese internen Strukturen abbilden. Für die eigentlichen Nutzer ergab sich ein Dschungel aus Ansprechpartnern, Verantwortlichen und Abteilungen. Im Zuge des Relaunch wurde die Perspektive umgedreht: der Aufbau der Seite orientiert sich an der Sichtweise der Nutzer.
      2. Alle wollen mitreden
        Wenn es um die Kommunikation geht, wollen alle ein Wörtchen mitreden. In einer großen Organisation wie der RWTH Aachen bedeutet das, die Ansprüche von Hochschulleitung, einzelnen Fakultäten, Lehrstühlen, Forschungseinrichtungen, Studierenden, Zentraleinrichtungen und auch der Partner auf einen gemeinsamen Nenner bringen zu müssen. Das erfordert Transparenz und eine strukturierte Vorgehensweise. Erfahrungsgemäß ist es anstrengend, so viele Beteiligte in den Relaunch einer Website zu integrieren – der Erfolg rechtfertigt aber jede Anstrengung. Denn externe Kommunikationsmaßnahmen richten sich auch immer nach innen.
      3. Integrate or die
        Eine digitale Strategie umfasst immer alle Bereiche der Kommunikation: das heißt, dass Offline- und Online-Maßnahmen ineinander verschränkt sind. Eine integrierte Kommunikationsstrategie stellt sicher, dass eine Hochschule immer mit derselben Stimme spricht – im Design genauso wie in der Redaktion. Die Website ist dementsprechend eine hervorragende Schnittstelle der Kommunikation. Sie repräsentiert die reale, „analoge“ Hochschule in den digitalen Medien und ist Anlaufstelle für die tiefere Auseinandersetzung der Zielgruppen mit den verschiedenen Bildungs-, Forschungs- und Service-Angeboten der Institution. Alle Wege aus den verschiedenen Publikationen und Präsenzen – egal ob analog oder digital – führen hierher.

Viele Köche ergeben Kommunikationsbrei

Die echte Herausforderung für eine Hochschule besteht darin, einen Partner zu finden, der diese vielen Baustellen erkennt und imstande ist, sie mit ihr gemeinsam zu bearbeiten. Oft vergeben Organisationen nur Teile des Kommunikationsetats an verschiedene Agenturen. Was helfen soll die Kosten zu reduzieren, entpuppt sich nicht selten als Kostenfalle. Denn die Absprachen zwischen den verschiedenen Akteuren, die unterschiedlichen Ansprechpartner und auch die interne Konkurrenz zwischen Dienstleistern und unter den Ansprechpartnern lässt eine Kommunikationsstrategie zerfasern. Ein Partner für die ganze Kommunikation hilft, Qualität sicherzustellen und Zeit zu sparen.
Der erste Schritt in Richtung einer modernen Hochschulkommunikation sollte über eine Überarbeitung der eigenen Website führen, gemeinsam mit allen Beteiligten. Das Potential ist oft da und wartet nur auf Aktivierung und professionelle Anleitung.

hsm-redaktion@aperto.com

Sven Golob war Trainee bei der Aperto Plenum GmbH, einem ehemaligen Geschäftsbereich für kreative Kampagnenführung mit digitalem Schwerpunkt der Aperto AG.