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TU Dresden und der Relaunch der Zukunft

Ein Tablet mit der neuen Website der TU Dresden

In den Ausschreibungen für Hochschulwebsites spiegelt sich auch der Stand der jeweiligen Organisationsentwicklung. Denn spürbare digitale Kompetenz ist ohne eine selbstreflexive und dynamische Organisation nicht zu haben. Die TU Dresden hat mit ihrem Relaunch 2016 gezeigt, wie es geht.

Die Technische Universität Dresden: Wurzeln von 1828, Exzellenz-Uni seit 2012, knapp 36.000 Studierende, 14 Fakultäten, seit einigen Jahren „synergetisch“ gegliedert in 5 Bereiche, eine der größten Technischen Universitäten in Deutschland. Size matters, erst Recht bei der Relaunch-Planung der zentralen Hochschulwebsite. Tragfähige Entscheidungen brauchen gute Gründe – auch und gerade im Hinblick auf den nachhaltigen Betrieb des Angebotes.

Die TU Dresden hat ihren Relaunch sauber geplant, von 2013 bis 2014 unterstützt durch Aperto. Eine große Organisation – mit eigenem Medienzentrum wie die TU Dresden – digital in Bewegung zu setzen, braucht nicht nur gute Ideen, sondern auch eine Agentur mit Organisationserfahrung, flexiblem Skill Set und einer kooperativen Einstellung. Die TU und Aperto haben hier einen gemeinsamen, erfolgreichen Weg gefunden und sich produktiv ergänzt: im Bereich von User Research, bei der technischen Entwicklung, aber vor allem auch in Workshops mit unterschiedlichen Organisationseinheiten. Der frische Blick von außen trifft auf den Machbarkeitssinn der Mitarbeitenden.

Das Gespräch suchen und neue Lösungen anstoßen

Wie die Arbeit mit der TU Dresden und anderen Hochschulen zeigt, sind gerade Content Governance – die strategische Redaktionshoheit –  und abteilungsübergreifende Redaktionsprozesse ein Schlüsselproblem für die Qualität des späteren Informationsangebotes. Keine Informationsarchitektur kann organisatorische Redundanzen kompensieren, kein Webdesign eine unkontrolliert gewachsene Angebotslandschaft. Deshalb ist der Agenturworkshop mit Content-Verantwortlichen so wichtig: In großen Organisationen ist er häufig die erste Gelegenheit für die Mitarbeitenden, um untereinander ins Gespräch zu kommen, um das Ganze in den Blick zu bekommen. Denn das Ganze des zentralen genauso wie des dezentralen Online-Auftritts bestimmt die Außenwirkung. Die Digitalagentur kann dabei die Transformationsarbeit nicht abnehmen, aber anstoßen und durch geeignete Steuerungsmittel unterstützen: Redaktionshandbücher, Living Styleguides, Tonalitätsleitfäden, SEO-Strategien. Auch Hochschulen müssen lernen, digitale Komplexität organisatorisch zu bewältigen. Vor allem – das zeichnet sich 2016 ab – weil die digitale Zukunft noch komplexer wird.

Von der Website zum Digitalen Ökosystem

Gerade im internationalen Bildungsmarkt wird die „Digital Capability“, die digitale Kompetenz von Hochschulen, zunehmend zum Entscheidungskriterium. Eine Studie der Unternehmensberatung Accenture zeigt, dass 85% der international befragten Studierenden darin einen wichtigen Faktor sehen. Und er betrifft nicht nur die Qualität des zentralen Internetauftrittes, sondern ALLE digitalen Komponenten, mit denen Studierende oder Mitarbeitende in Berührung kommen, sei es ganz am Anfang, als erster positiver Berührungspunkt die (hoffentlich voll digitale) Bewerbung oder später das Campus-Management, die Kollaborationssoftware, Blended Learning Tools, Forschungsdatenbanken oder das Alumni Management. Dass die Perspektive nicht an Systemgrenzen Halt machen darf, wird auch den deutschen Hochschulen immer bewusster. Wir als Aperto bemerken einen langsamen, positiven Paradigmenwechsel in der Ausschreibungspolitik: Weg vom Relaunch einer Website hin zu einer integrierten User Experience, hinter der  Aufbauorganisation und technische Architektur noch stärker zurücktreten, um Platz für ganz einfache Leitfragen zu machen. Fragen wie diese: Wie digital einfach müssen es deutsche Hochschulen internationalen Interessenten machen, um konkurrenzfähig zu bleiben?

Der Relaunch einer Website innerhalb komplexer Organisationen ist und bleibt eine Herausforderung. Weil er bloß der Startschuss ist für eine dauerhafte Weiterentwicklung und Selbstüberprüfung.


Aperto für die TU Dresden 2013-2014

  • Nutzeranalyse & Konzeption
  • Workshops zu Inhaltsstruktur und Content Governance, Redaktionshandbuch
  • Responsive Webdesign & Frontendprogrammierung
  • Management-Präsentation

bjoern.sonnenberg@aperto.com

Björn Sonnenberg arbeitet als UX Designer bei Aperto. Seine Schwerpunkte sind Hochschulen und Öffentlicher Sektor.