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Mobil: Digitales Marketing trifft neues Nutzerverhalten

Smartphones und Tablet-PCs haben das Nutzerverhalten revolutioniert. Immer mehr Menschen nutzen das Internet unterwegs und greifen auf mobile Webseiten und Apps zurück. Entwicklungen, die auch dem Marketing neue Perspektiven eröffnen. Ein Überblick über aktuelle Trends.

Die Nutzung von mobilen Webseiten und Anwendungen, den sogenannten Apps, via Smartphone und Tablet steigt weltweit rasant an. Nach aktuellen Studien werden 2013 erstmals mehr mobile Endgeräte als stationäre PCs und Notebooks verkauft. Spätestens im Jahr 2015 sollen die mobilen Internetzugriffe die stationäre Webnutzung überholt haben (vgl. Forrester Research eReader Adoption Forecast; ComScore, Morgan Stanley, Q1 2012). Die klassische Vorstellung vom Internetnutzer, der an seinem Schreibtisch sitzt, eine URL in den Browser seines PCs eingibt oder eine Anfrage in eine Suchmaschine eintippt, gilt es heute zu überdenken.

Verkauf von Tablet PCs, Netbooks, Notebooks und Desktop PCs, 2008-2015 (Quelle: Forrester Research, Inc.)

Immer mehr Nutzer werden ihr mobiles Endgerät in Zukunft als zentrale Informationsumgebung nutzen und sich mithilfe von mobilen Webseiten und Apps Auskünfte und Serviceangebote einholen. Auch die Vernetzung mit Social Media wie Facebook, Twitter und YouTube bleibt zentrales Element des Nutzerverhaltens. Neben dem Trend, digitale Angebote immer stärker via Apps geräteübergreifend zu nutzen, findet deshalb zeitgleich eine tiefere Integration von sozialen Funktionen statt: Menschen liken, teilen und kommentieren Inhalte.

Sozial, lokal, mobil: neue Perspektiven fürs Marketing

Social Media, mobile Geräte und Anwendungen verändern die Art, wie Menschen sich vernetzen, informieren und einkaufen. Mit der Hinwendung zum Mobilen ändern sich auch die Anforderungen an digitales Marketing. Sozial, lokal, mobil – diese Schlagwörter beschreiben die Grundpfeiler, auf die erfolgreiches Marketing bauen sollte. Der Internetnutzer muss in seinem Lebenskontext erreicht werden, in Echtzeit, überall, mit einer personalisierten Botschaft, die von ihm als Mehrwert in seiner derzeitigen Situation empfunden wird. Treiber des mobilen Marketings, ob via App oder Webseite, ist zukünftig weniger die werbliche Botschaft, als vielmehr der Service, der dem Nutzer in Bezug auf seinen aktuellen Ort und seine konkrete Situation schnell weiterhilft.

Nutzerverhalten mit mobilen Endgeräten (Quelle: Aperto AG)

 

Auch für Hochschulen ist es entscheidend, ihre Web-Präsenz auf die Veränderungen des Nutzerverhaltens anzupassen und neue Marketingstrategien zu implementieren. Mit einer mobilen Webseite oder App kann man Nutzer mit mobilen Endgeräten erreichen. Eine mobil-optimierte Webseite ist heute leicht umsetzbar und sollte Standard für jede Organisation und jedes Unternehmen sein. Auch mit Apps lassen sich klare Vorteile erzielen und neue Nutzer gewinnen.

Mobile Webseite oder App?

Generell gilt, dass sich mit einer mobil-optimierten Webseite heute technisch die beste Reichweite erzielen lässt. Mit einer mobilen Webseite sind Informationen, unabhängig vom Gerät, im Browser auf den meisten Endgeräten sofort verfügbar. Technisch lassen sich mobile Webseiten auf zweierlei Art umsetzen: durch eigene Device Templates oder unter Anwendung von Responsive Web Design. Device Templates sind unterschiedliche Designvorlagen, die sich dynamisch, je nach Gerätetyp, anordnen lassen. So können auf den mobilen Geräten die gleichen Inhalte und Funktionen wie auf der stationären Webseite abgebildet werden. Responsive Webdesign beschreibt einen universellen Designansatz: Es wird ein Basisdesign entwickelt, das flexibel auf allen unterschiedlichen Endgeräten funktioniert.

Mit einer App erreicht man Nutzer mit Endgeräten, die auf unterschiedlichen Betriebssystemen wie Apple, Android oder Windows basieren. Der Aufwand bei der Entwicklung steigt, je mehr Plattformen und Geräte bedient werden sollen. Positiv ist jedoch die hohe Sichtbarkeit der Apps durch die Platzierung in AppStores. Außerdem nimmt, aktuellen Studien zufolge, der Anteil der App-Nutzung im Vergleich zur mobilen Webnutzung weiter zu (vgl. Nielsen Smartphone Analytics, März 2012).

Eine Hochschule sollte zunächst konkret die Servicebedürfnisse von Studierenden und Interessenten identifizieren. Inhalte wie Vorlesungsverzeichnis, Studienratgeber, Mensaplan oder Sportkalender können dann als Apps, einzeln oder im Verbund, sehr schnell eine große Aufmerksamkeit und Reichweite erzielen. Das gesamte Online-Angebot der Hochschule sollte den Nutzern als mobile Webseite zur Verfügung gestellt werden. Kombiniert mit den Aktivitäten in sozialen Netzwerken können hier in kürzester Zeit schlagkräftige Marketinginstrumente entstehen.

jan.gessenhardt@aperto.de

Jan Gessenhardt fokussiert sich als Geschäftsführer der Aperto Move GmbH auf die Gestaltung digitaler Kommunika­tions­lösungen für Smartphones & Tablets. Der Diplombetriebswirt ist seit vielen Jahren in der IT- und Telekommunikation tätig. Er verfügt über eine mehrjährige, fundierte Erfahrung in der Konzeption, Umsetzung und Betrieb von konvergenten Mehrwertservices und realisiert bereits seit 2006 mit seinem Berliner Team „Dialog­szenarien für unterwegs“ mittels mobiler Websites und Apps.